Messmethoden

Skalen - Tests - Nominal- und Rangskalen

Was heißt Messen?

Messen = Zuordnen einer Zahl zu der Ausprägung eines Merkmals. Die Zuordnung erfolgt nach einer definierten Vorschrift und einen gesetzten Maßstab. Die Relationen zwischen den Merkmalsausprägungen entsprechen den Relationen zwischen den Zahlen. Das ist bei unterschiedlichen Skalen jeweils anders:

  • Nominalskala: Hier gilt nur die Eindeutigkeit. 1 = 1 und "männlich" ist "männlich"
  • Rangskala: Hier gilt das Mehr oder Weniger. 2 > 1 und Abitur > Mittlere Reife.
  • Intervallskala: Hier sind die Abstände zwischen den Zahlen bedeutsam. Die Bedarfe WIMES=2 bis WIMES=3 unterscheiden sich genauso stark, wie WIMES=5 bis WIMES=6. Aber nicht: Der Bedarf WIMES=6 ist doppelt so groß wie WIMES=3.
  • Absolutskala: Hier gelten alle Relationen zwischen den Zahlen. Es gibt einen absoluten Nullpunkt. Beispiele: Mengen, Zeit, Geld, Temperatur Kelvin. 2 Stunden ist doppelt so lang wie 1 Stunde.

Im WIMES-Projekt messen wir bis zu Intervallskala.

Bei der Angabe eines Messwertes muss man immer das Messverfahren angegeben. Beispiele: 

  • Länge: 25 Meter
  • Zeit: 3,5 Jahre
  • Bedarf Leistungsprobleme: 4 WIMES

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Kann man unscharfe und subjektive Eigenschaften messen?

Die allermeisten Variablen in biologischen, sozialen, psychologischen Feldern sind unscharf und haben subjektive Anteile. Eine Messgenauigkeit wie in den Naturwissenschaften darf man nicht erwarten.

Die meisten Messinstrumente bestehen aus Skalen und Tests, mit denen die Genauigkeit von Messwerten (Reliabilität) verbessert werden kann. Nützlich sind auch Nominalskalen, also die Zuordnung von definierten Kategorien oder Zuordnung von Rängen, also Sortierungen nach einem Mehr oder Weniger.

Die WIMES-Methode setzt hauptsächlich LIKERT-Skalen mit 4 Stufen und 3 Zwischenstufen ein. Bei diesen Messwerten zwischen 1 und 7 kann man die Abstände interpretieren und die meisten statistischen Auswertungen anwenden. Aus diesem Grund können wir aus zwei oder mehr Werten auch die Wirkung errechnen. 

Bei den Bedarfs- und Zufriedenheitsdimensionen setzen wir Kurztests mit 6 bis 12 Items ein. Diese reduzieren die Messungenauigkeit (Cronbach Alpha < 0,8).

Bei den diagnostischen Dimensionen dienen die Unterdimensionen zur qualitativen Differenzierung und werden nicht weiter verrechnet.