Wirkungsorientierte Verlaufsdokumentation zur Evaluation von Hilfeprozessen

Die Leitidee von WIMES (WIrksamkeit MESsen) gründet auf einem standardisierten Prä-Post-Vergleich von fachlich begründeten Bedarfen im Verlauf von Maßnahmen: Vor, während und nach der Anwendung einer sozialen Dienstleistung (wie z.B. Hilfe zur Erziehung gem. SGB VIII) wird die Entwicklung der Bedarfe, Ressourcen und Ziele "gemessen".

Als Wirkungsmaß dient die Differenz zwischen dem Bedarf vor Beginn der Maßnahme und dem Bedarf, der zum Ende der Maßnahme besteht:

Die Einschätzungen werden – soweit sinnvoll und möglich – im Mehraugenprinzip unter Beteiligung der Klienten und der betreuenden, kooperierenden Fachkräfte vorgenommen.
WIMES kann kooperativ (z.B. im Verbund von Jugendamt und leistungserbringenden Einrichtungen) angewendet werden.
Personenbezogene Daten wie Name, Geburtsdatum, freitextlich dokumentierte Ziele etc. werden dabei datenschutzgerecht verschlüsselt.

Exemplarisch vorgestellt: Eine WIMES-Dimension:

exemplarische WIMES-Dimension

Diese besteht aus (1) der Dimensionsnummer und der Bezeichnung, (2) einem Infofeld zur Erläuterung:

Erläuterung Dimension

(3) einer 7er-Likert-Skala – in Ampellogik (grün = kein Bedarf | rot = hoher Bedarf) inkl. Ankersätzen bei Mouseover (s.u.)
(4) einer Checkbox zur Kennzeichnung der Dimension als „hilferelevant“: zu so gekennzeichneten Dimensionen sollen insbesondere Wirkungen erzielt werden und
(5) optional: Kurztests
Unterdimensionen Bsp.

Zu den Skalenwerten 1-7 sind für jede Dimension Ankersätze in aufsteigendem Bedarfsumfang hinterlegt:

Ankersätze mit skaliertem aufsteigenden Bedarf.

Auf Wunsch und nach fachlich begründeter Erarbeitung können Dimensionen, Ankersätze und Unterdimensionen nach Alter, Geschlecht o.ä. differenziert werden.

Die Bedarfsentwicklung im Hilfeverlauf

Anhand der Differenz der Skalenwerte aus den Bedarfseinschätzungen zu Beginn und am Ende einer Hilfe wird die Bedarfsentwicklung im Einzelfall ermittelt:

Bsp.: Differenz der Bedarfe = Bedarfsentwicklung

Die Bedarfsentwicklung über alle Dimensionen im Einzelfall kann grafisch unterschiedlich, z.B. als Balken- oder Netzdiagramm dargestellt werden:

Balkendiagramm

Netzdiagramm

Auswertungen über alle Fälle der Organisation

Die Bedarfsentwicklung wird aggregiert ausgewertet und u.a. als Effektstärke (Cohen's d) grafisch bereitgestellt:

Effektstärken nach Cohens's d